Das Jahr des Tigers
Von Elli | 28.Februar 2010
Am 14. Februar (nach westlichem Kalender) war es soweit: Das Jahr des Tigers begann. Die Vorbereitungen für das Ereignis gingen allerdings schon 2 Wochen früher los. Die Straßen, Compounds, Läden und Autos wurden mit Glückssprüchen, Tigerbildern und roten Girlanden geschmückt. Alles ist plötzlich im Tigerwahn: es gibt Tiger-Kissen, -Zahnbürsten, -Becher und -Bleistifte zu kaufen.
An den Straßen wurden große Zelte aufgebaut, in denen man Knaller und Feuerwerke kaufen kann. Auch im Kindergarten haben wir uns intensiv mit dem chinesischen Neujahrsfest beschäftigt: Wir haben Jiaozi gekocht, viele Legenden gehört, gelernt, welche Traditionen an den Festtagen befolgt werden und Lieder gesungen. Eines davon war die Melodie vom “Bruder Jakob” (… hörst du nicht), allerdings ist der chinesische Text etwas anders: “Es gibt zwei Tiger, sie rennen schnell, einer hat keine Ohren, einer keinen Schwanz, wie seltsam!”
Am Donnerstag dem 11. war die Stadt schon ungewohnt leer. Die Restaurants lieferten nicht mehr, weil die Mitarbeiter zu chinesisch Neujahr zu ihren Familien fahren.
Am Freitag (dem letzten Arbeitstag vor den Ferien) bekamen wir alle einen roten Umschlag mit Geld darin. Auch eine Tradition, die dem Empfänger, aber auch dem Geber Glück bringen soll.
Auch ich bin aus der Stadt geflüchtet. Chinesisch Neujahr im Peking muss ein einmaliges Erlebnis sein und ich bin mir sicher, dass ich dieses noch erleben werde, aber für dieses Jahr hatte ich genug neue Erfahrung und wollte eine kurze Atempause – also ging es nach Malaysia auf eine Insel. Traumhaft leere Strände, Sonne und vor allem: keine staubtrockene, dreckige Luft wie in Peking!
Was mir im Urlaub besonders bewusst wurde ist, wie angenehm es ist, mit Mitmenschen kommunizieren zu können: ob mit der Verkäuferin, dem Taxifahrer oder Gastwirt. Wie sehr mir die kleinen Dialoge gefehlt haben und wie sehr man von dem eigentlichem Leben abgeschnitten und isoliert ist, wenn man die Landessprache nicht spricht, das ist mir erst dort so richtig klargeworden, wo die Kommunikation (auf Englisch) kein Problem darstellte.
Nach einer Woche Paradies zurück in Peking durfte ich dann erleben, dass das Frühjahrsfest keineswegs vorbei ist. Jeden abend kann ich von meinem Fenster aus Feuerwerke beobachten: mitten in der Großstadt. Sehr beeindruckend, aber leider auch nicht ungefährlich. Eine Arbeitskollegin berichtete von 374 Verletzen und 90 Autounfällen aufgrund der Feuerwerke.
Diesen Sonntag wird traditionell nochmal alles gegeben- ich werde mir das Ganze von meiner Wohnung aus anschauen und wünsche allen ein schönes Jahr des Tigers!
Tags: Jahr des Tigers, Malaysia, Peking
Themen: Elli (China) | 3 Kommentare »
so weit-so gut…
Von May-Britt | 26.Februar 2010
Entwicklung bedeutet fuer mich, ueber bisherige Grenzen hinauszuwachsen, seinen Horizont zu erweitern, vorherrschende Strukturen zu hinterfragen und zu ueberdenken- das alles hervorgerufen durch einen stets offenen Blick fuer das Leben und all seine Aspekte, die es zu offenbaren gilt, bewusste Reflexion des Sein und Werden der Dinge und das erhabene Verstaendnis und die weise Einsicht, die die Grundlage fuer eine jede Veaenderung in sich tragen.
Jeder Mensch entwickelt sich in seiner eigenen Art, in seiner Geschwindigkeit und nach seiner Vorstellung, angestossen und sich gruendend in der Kraft seiner eigenen Entscheidungsfaehigkeit. Einzig die hintergruendigen kulturellen Einfluesse bestimmen den Rahmen und die Moeglichkeit, inwiefern diese Form der Selbstentfaltung von Denken und Handeln, Fuehlen und Kommunizieren, Wahrnehmen und Leben stattfinden kann. Und jedes Wesen hat ein Recht darauf.
Waehrend in meinem ersten Zwischenbericht noch von “mittelschweren Nervenzusammenbruechen” die Rede war,so spreche ich nun im Rueckblick auf die vergangenen drei Monate vorzugsweise von tiefergehenden “Sinnkrisen”. Doch waren es letztendlich genau diese, die mich entscheidend weitergebracht, meine Betrachtung der Umwelt veraendert, meinen Blickwinkel erweitert, meine Toleranzfaehigkeit verstaerkt, meine Gelassenheit erhoeht, und mein Verstaendnis sich ergruendet haben lassen. Fuer mich eine gute Entwicklung.
Themen: May-Britt (Indien) | 1 Kommentar »
Fernsehen
Von Christa-Maria | 17.Februar 2010
Via laptop kann ich jetzt einige Sendungen vom NDR bekommen. Darunter auch die Buttenwarder Sendung. Na, das freut mich ja sehr, sogar in Plattduetsch. Alles ist so schoen originaltreu und Norddeutsch und auch die anderen Shows sind grossartig, dazu die Tageschau, ich bin also bestens informiert.
Themen: Christa-Maria (USA) | 4 Kommentare »
Schneechaos
Von Elli | 3.Januar 2010
Wir haben uns nichts böse gedacht als wir uns zur Feier des (westlichen) Neuen Jahres ins Nachtleben Pekings stürzten. Die erste Bar mit Band schon ein voller Erfolg: Gute Band, nette Leute und billige Getränke. In Peking wird in Clubs und Bars immer eine Band engagiert, die dann 6 oder 7-mal die Woche spielt. In den Pausen gehen die Bandmitglieder herum und unterhalten sich mit dem Publikum. So kam es, dass uns der Sänger ansprach und fragte, ob wir einen Liedwunsch hätten. Auf die Schnelle fällt uns nichts ein, also bitten wir ihn irgendein Lied zu spielen, dass er mit uns verbindet.
Die Band geht zurück auf die Bühne. Das nächste Lied wird angekündigt: “This song is for the girls over there“. Sie fangen an zu singen: 99 Luftballons von Nena. Und dann geht es los – aus allen Ecken fängt es an zu grölen. Unsere Tischnachbarn sind Deutsche, wie auch schätzungsweise die Hälfte der anderen Gäste im Lokal. Sie freuen sich über das deutsche Lied, welches die Sängerin akzentfrei darbietet. Aber auch die anwesenden Chinesen scheinen das Lied zu kennen und zu mögen. Sie fangen an zu klatschen und zu tanzen. Kurz darauf ziehen wir uns unsere Jacken an und gehen. Wir wollen ja nicht, wenn wir in China feiern, mit lauter Deutschen Nena singen.
Also weiter zum nächsten Club. Zwei Taxis wollen uns nicht mitnehmen. Ungewöhnlich, aber wir denken uns nichts dabei. Schließlich finden wir zwei Chinesinnen, die das gleiche Ziel haben und uns im Auto mitnehmen. Wir tanzen und feiern ausgelassen und gegen 5 wollen wir langsam nach Hause.
Leicht beschwipst bemerken wir gar nicht, wie leer die Straßen sind. Sicher, es schneit ein wenig, aber das tut es ja in Deutschland auch oft genug. Vor dem Club steht nur ein einziges Taxi. Der Taxifahrer will nicht losfahren – er meint wir wohnen zu weit draußen. Wir bleiben konsequent sitzen, nennen immer wieder unsere Adresse. Er ergibt sich schließlich seinem Schicksal und fährt langsam los. Mitten auf dem Highway bleibt er plötzlich stehen. Ein wenig mulmig wird uns nun schon – wenn der uns hier rausschmeißt stehen wir ziemlich blöd da. Macht er aber nicht: Er enteist die Scheibe und nach 5 Minuten geht es weiter. Die Windschutzscheibe wird noch 3mal enteist und wir kommen nur langsam vorwärts, aber wir kommen an.
Am nächsten Tag werde ich von einer SMS vom Chef geweckt: „Montag bleib der Kindergarten wegen Schneechaos geschlossen“. Wegen dem bisschen Schnee soll der Kidergarten zubleiben? Verschlafen steh ich auf und schau aus dem Fenster – alles ist weiß und wundersam ruhig. Kein Auto auf den Straßen. Ein paar Fußgänger trauen sich raus und Kinder bauen Schneemänner.
Inzwischen ist es abends – es schneit noch immer. Die Straßen werden nicht geräumt und nur wenige Autos trauen sich auf die Straße. Da wir morgen freihaben überlegen wir kurz heute abend wegzugehen. Aber soviel Glück, noch einmal ein Taxi im Schneechaos zu bekommen werden wir wohl nicht haben.
Tags: Nachtleben, Peking, Taxi, Verkehr, Wetter
Themen: Elli (China) | 2 Kommentare »
Ein GI in Luebeck, Weihnachten 1955 (Englisch)
Von Christa-Maria | 19.Dezember 2009
Eine Beitragsaufgabe mit Erlaubnis von Bob Fleming.
Thirteen years ago I wrote the following letter to the Louisville Courier Journal and the Erie Times News. Both papers encouraged their readers to write in and describe their most memorable Christmas. Both papers selected the letter for publication:
I have many fond memories of the past 66 Christmas’s, the first twenty-two of which were spent growing up in Wesleyville (suburb of Erie Pa.). However the Christmas I remember most vividly is a Christmas I spent while in the Army stationed in Luebeck Germany in 1955.
Luebeck is located in northern Germany on the then border between East and West Germany. We really “had it made”. We lived like civilians in two beautiful old homes and ate our meals at a restaurant (Gasthaus) which was owned and operated by a lady we called “Mutti” (Mom).
“Muttis” Gasthaus Blankensee located across street from airfield.There was a displaced persons camp located next to the restaurant. The camp was a temporary refuge for families who managed to escape East Germany by crossing the nearby border.
We thought it would be nice to buy clothes for the kids at the camp at Christmas time. We mentioned this to Mutti and she said that instead of buying clothes we should have a Christmas party for them at one of our houses and give them toys. She said that they had plenty of clothes which had been donated by various charitable organizations.
We took Muttis’ advice and held the party. I had the honor of being “Der Weinachtsman” (SantaClaus).
As each child came up to get his or her gift they would recite a little poem or sing a little song and then return to their seat and open their present. I noticed one little girl who didn’t open her present. I asked Mutti to see if there was something wrong.
She told Mutti that the wrapped present was the most beautiful thing she had ever seen and she wanted her mother, who was sick back at the camp, to see it before she opened it because she was sure her mother had never seen anything so beautiful.
The party ended with everyone standing around the Christmas tree singing Stille Nacht (Silent Night). Mutti had taught us the words in german.
There wasn’t a dry eye amongst a bunch of macho GIs some three thousand miles from home experiencing the true meaning of Christmas.
Bob Fleming
Luebeck ‘55-’56

Dining hall at “Muttis’” Gasthaus.

I’m second from left. Picture taken at Der Khan with Herbie the piano player.

Picture of me at bar in house on Jurgenwollenweger Str. (not sure of spelling)
Tags: 1955, Bob Fleming, Lübeck, Soldat, Weihnachten
Themen: Christa-Maria (USA) | 14 Kommentare »
may-britt goes hinduismus
Von May-Britt | 24.November 2009
“India has given birth to many religions” so sagt es der inder, und vor allem dem hinduismus, der von ueber 80 prozent der indischen bevoelkerung gelebt wird..
so bin ich fuer 4 tage an den oestlichsten punkt tamil nadus, in den pilgerort rameswaram gefahren, um mich spirituell inspirieren und befluegeln zu lassen..in dem ort befindet sich einer der groessten tempel suedindiens und die “indhira gandhi bridge”, die indien mit sri lanka verbindet..
doch viel faszinierender als diese, empfinde ich die “adams-bridge” , eine aneinanderreihung aus sandbaenken und felsen, die ebenfalls eine Verbindung zwischen Sri Lanka und Indien schafft, jedoch nicht von Menschenhand erbaut ist!
Tags: Hinduismus, Indien, Religion
Themen: May-Britt (Indien) | Kein Kommentar »


