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Leben in Peking
Von Elli | 15.November 2009
Heute bin ich genau 3 Monate in Peking. Die Zeit fliegt nur so dahin. Ich könnte in jeder beliebigen Stadt sein. Die vielen Kleinigkeiten, die so anders sind als gewohnt, bemerkt man kaum noch. Dass die Teambesprechung bei der Arbeit in 3 Sprachen stattffindet, dass im Supermarkt Menschen in Schlafanzügen vor einem in der Schlange stehen, dass die Anzahl der Menschen, mit denen man sich unterhalten kann, auf diejenigen begrenzt ist, die Englisch sprechen. Die Lautstärke der Stadt nehme ich nur noch unbewusst wahr und selbst Toiletten ohne Türen können mich nicht mehr abschrecken.
Ich habe in den drei Monaten auch viele Menschen kennengelernt. Menschen, die zu Freunden werden. Die Chinesen sind sehr freundlich und hilfsbereit. Und unheimlich aktiv. Sie wollen mir Peking zeigen, etwas unternehmen. So bin ich am Wochenende unterwegs. Los geht es um 8 Uhr (das ist spät für meine chinesischen Freunde, sie würden am liebsten schon zwischen 5 und 6 losdüsen). Dann geht es mit U-Bahn oder Bus zu einer der vielen Ausflugsziele. Dabei wird bestens für mich gesorgt: Wasser und Essen haben meine Freunde dabei. Alle 5 Minuten wird nachgefragt, ob mir etwa fehlt, ob mir kalt ist, ob es mir gut geht.
Am Ausflugsziel müssen alle 5 Meter Fotos gemacht werden. Dabei ist es wichtig, dass auf dem Foto sowohl die Touristenattraktion zu sehen ist, als auch man selbst mit dem ganzen Körper. Das ist Zentimeterarbeit. Ein Stück nach links, nach rechts, den K opf etwas höher, jetzt noch die Hand zum Victoryzeichen erhoben – und klick, das Foto ist geschossen.
Ist der Ausflug nach 5-6 Stunden beendet wird in einem kleinen Straßenrestaurant gegessen. Dann noch schnell zur Fußmassage und der Tag ist beendet. Das Weggehen, mit Freunden zum Tanzen, ist hier wenig verbreitet. Das machen dann die Ausländer miteinander. Zwischendrin ein paar Chinesen, meist aber Chinesinnen die auf der Suche nach ausländischen Männern sind – die sind heiß begehrt, geben sie doch Hoffnung auf ein besseres Leben.
Und so lebe ich in Peking, einer Stadt, die mich freundlich aufgenommen hat. Eine Stadt, in der alles möglich scheint, solange man Geld hat. Eine Stadt, in der die Menschen aus allen Teilen Chinas kommen. Voll von der Hoffnung, ihrem armen Leben zu entfliehen. Ihr Glück zu machen. Das scheint oftmals nicht zu gelingen. So viele Menschen und das Geld ist zu ungleich verteilt. Aber wenn man mit den Menschen spricht oder sie einfach nur beobachtet, so fällt einem das Glitzern in den Augn auf. Ein Glitzern das eine Freude in sich birgt, eine große Neugier und ganz viel Hoffnung.
Topics: Elli (China)

Am 17. November 2009 um 09:37 Uhr
Oh Elli, deine Einträge fördern mein Fernweh ungemein! Aber eins haben wir im Moment wahrscheinlich gemeinsam: wir können beide den Himmel nicht sehen. Ich nicht, weil es hier seit Wochen nur regnet und du aus einem anderen Grund nicht, oder??
Am 18. November 2009 um 14:30 Uhr
och, so ein wenig fernweh ist doch was schönes- vor allem wenn es dann gestillt wird (-;
Im winter ist der himmel hier sehr klar und blau (während im sommer tatächlich nur smogwolken über der stadt hängen). dafür ist es aber bitterkalt- und statt regen gibt es schnee!
Am 23. Dezember 2009 um 17:19 Uhr
Denk grad an dich, Elli – ein Weihnachten in China ist gewiss ganz anders, als das in der Familie in Deutschland.
Jedenfalls wünsche ich dir viele nette Dinge bzw. Ereignisse auch gerade zwischen Weihnachten und Neujahr,damit sich dein vermutliches Heimweh dadurch ein wenig davonstehlen kann.
Frohes Fest und ein gutes, glückliches und gesundes neues Jahr!
Eine Gerneleserin deiner Berichte,welche hier von mir schon ein bisschen vermisst werden
Am 3. März 2010 um 12:08 Uhr
Hallo Elli,
mein Mann arbeitet jetzt in Peking, ich bin 44 Jahre und stehe vor der Entscheidung mit meinen Kindern auch hinzuziehen (2 und 5 Jahre). Über Ostern werden wir einen Trip nach Peking unternehmen und uns ein Bild machen vor Ort. Ich bin wahnsinnig gespannt!Hast Du eine Idee, was man mit Kindern in Peking anstellen kann? Viele Grüße Anna